Chronik des Vereins


Die Gründungszeit

Ein Jahr nach Ende des ersten Weltkrieges, in einer Zeit, in der eine hohe Arbeitslosigkeit im damaligen deutschen  Reich dominierend war, kamen viele Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands in das Ruhrgebiet, um für sich und ihre Familien Arbeit und Brot zu finden.

Das Ruhrgebiet ist zur damaligen Zeit für viele Einwanderer aus den östlichen und südlichen Regionen Deutschlands zu einer neuen Heimat und Existenzgrundlage geworden.

Die Liebe zur alten Heimat, ihre Sitten und Gebräuche trugen aber die meinsten von ihnen tief in ihrem Herzen. Es dauerte nicht lange, bis sich einige Bayern und Österreicher zusammensetzten, um einen eigenen Heimatverein zu gründen.

Im Frühjahr des Jahres 1919 wurde in der Dorstfelder Gaststätte Funke Höh ein bayerisch - österreichischer Heimatverein gegründet. Schon im gleichen Jahr ergab sich allerdings die Trennung zwischen den beiden Gruppen. Die Bayuwaren beschlossen einen eigenständigen Bayerischen Verein zu gründen, da sie es als besondere Aufgabe ansahen ihr eigenes Brauchtum wie Gesang, Schuhplatteln, Mundart und Gebirgstracht zu pflegen.

Im Sommer 1919 wurde die Gründung im Haus Krawinkel beschlossen und man einigte sich auf den Namen:

            G. T. E. V. "Almrausch" Dortmund

Zum ersten Vorsitzenden des jungen Trachtenvereins wurde der Trachtenkamerad Sepp Pichler gewählt, der dann im folgenden Jahr von dem dann lange amtierenden Sepp Will abgelöst wurde.                                Parallel zur Gründungsversammlung wurde eine Tanzgruppe zum Leben erweckt, welche sich jeden Monat zu Übungsstunden traf. Geübt und getanzt wurden Plattler und Gruppentänze aus den unterschiedlichsten Winkeln Bayerns.

Die 20er und 30er Jahre

Kurz nach der "galoppierenden Infaltion" kaufte Almrausch im Jahr 1928 seine errste Vereinsfahne. In einer Zeit in der im November 1924 ein Brot beispielsweise 260 Milliarden Mark kostete, war es für die Vereinsmitglieder sicherlich nicht leicht, so eine Anschaffung zu tätigen. Die bei Trachtenvereinen übliche "Fahnenweihe" wurde im Juni 1928 in der Pfarrkirche St. Karl Borromäus vollzogen. Nach der Segnung der neuen Vereinsfahne folgte ein großer Festzug des Trachtenvereines durch Dorstfeld.  An diesem Festzug beteiligten sich die in Dorstfeld und Umgebung ansässigen Vereine und die vielen Bayerischen Trachtenvereine und Musikkapellen aus dem umliegenden Städten des Ruhrgebiets.

Natürlich sind die Vereinsakitvitäten nicht nur durch Feste geprägt, sondern auch durch verschiedene gemeinsame Unternehmungen...

Folgendes Foto entstand Ende der 20er Jahre, bei einem Besuch unseres Vereins beim Trachtenverein Einigkeit Dortmund - Auf dem Schnee.

Unsere aktive Trachtengruppe war im Emschertaler - Gau und in den Nachbargauen sehr bekannt. Sie haben sehr viele Preise in Schuhplatteln und beim Aufführen historischer Tänze sammeln können.

Neben den historischen bayerischen Plattlern und Tänzen führte Almrausch auch alljährlich Theaterstücke auf. Obwohl die Stücke in bayerischer Mundart aufgeführt wurden, fanden sie dennoch großen Anklang bei der Dorstfelder Bevölkerung. So wurde meinstens in der Vorweihnachtszeit ein Stück von Wilderern oder Bergbauern aufgeführt. Die letzte Aufführung eines Theaterstückes erfolgte im Jahr 1951.

Trotz der politischen Entwicklung ab 1933, in der eine Gleichschaltung in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht auch in unserem Verein vollzogen wurde, gelang es unserem Verein, im Sommer 1939 das letzte große Gaufest des Emschertaler - Gaues auszurichten. Dieses Fest wurde in Dorstfeld auf der Halde neben der Seilbahn Schacht 2/3 durchgeführt.                               Einige Wochen später, am 01. September 1939 begann der 2. Weltkrieg, mit all seinen schrecklichen Folgen...

Die Einberufung zum Kriegsdienst führte denn zu einem völligen Stillstand des Vereinslebens.   

Die Nachkriegszeit

Nach Kriegsende 1945 waren die Trachtenvereine die Ersten, da sie politisch nicht belastet waren, die von der amerikanischen Militärregierung die Genehmigung erhielten, ihre Vereinsarbeit wieder aufzunehmen.      In der Zeit zwischen 1946/47 wurde dann der Verein durch die Familien Roth und Burger zu neuem Leben erweckt. Sie trommelten alle alten Mitglieder zusammen. Für einige war der Neuanfang nicht leicht, hatten sie doch Angehörige im 2. Weltkrieg verloren.                                  Nach geraumer Zeit hat es dann aber doch geklappt. Die aktive Gruppe entstand neu und knüfpfte an die Erfolge der "Alten" an. Auch eine Jugendgruppe wurde aufgebaut.

Der Trachtenkamerad Schorsch Roth stellte eine Jugengruppe auf. Er hatte den Erfolg auf seiner Seite, den zeitweilig waren es bis zu zwölf Jugendpaare, die der Verein präsentieren konnte. Aber es wurden auch wieder die ersten Trachten- und Oktoberfeste gefeiert. Zeltfeste an der Martener Strasse (jetzt Hügelstrasse) wurden zu Jubiläen veranstaltet, wenn auch mal mit Pech durch Sturmschäden am Zelt.

Die Vereinsmitglieder waren in den folgenden Jahren sehr aktiv und es regte sich mehr und mehr der Wunsch, gemeinsam einen längeren Urlaub in der "Alten Heimat" zu verbringen.                                               Nach anfänglichen Bedenken, man könne sich den Urlaub nicht leisten, sparten die Vereinsmitglieder gemeinschaftlich mehrere Monate für ihren gemeinsam gehegten Wunsch.                                                             Im Juni 1958 war es dann endlich so weit und die Mitglieder des Trachtenvereins fuhren 14 Tage lang nach Aufham ins Berchtesgadener Land...

Die gemeinsame Reise prägte die meinsten Vereinsmitglieder und schloss sie  noch enger zusammen als je zuvor. Noch Jahre später wurde gerne von dem gemeinsamen Ausflug erzählt und berichtet.

Die 60er Jahre

Am Anfang der 60er Jahre stand ein Wechsel an der Spitze unseres Vereins an. Unser langjähriger  1. Vorsitzende Sepp Will wurde von Heinrich Diepolder abgelöst. 

Trachtenkamerad Sepp Will verstand es, unseren Verein durch Höhen und Tiefen der Nachkriegszeit zu führen,welches nicht immer leicht war. Hervorzuheben ist insbesondere sein Engagement beim Emschertaler - Gauverband, in dem er sich oft für Plattlerangelegenheiten einsetzte.

Auch in den 60er Jahren verstanden unsere Vereinsmitglieder immer wieder zünftige kleine und große Oktoberfeste zu feiern.

                                         

Erwähnenswert sind vor allem die Auftritte im Saal der Dortmunder - Union Brauerei die bei den Vereinsmitgliedern in guter Erinnerung sind und die jährlich stattfindenden Oktoberfeste unseres Trachtenvereins, welche Gäste aus Nah und Fern anlockte.

Im Jahr 1966 wurde Heinrich Diepolder von Martin Welz als 1. Vorsitzender unseres Vereins abgelöst, welcher dann bis 1968 die Geschicke des Vereins leitete. Von 1969 bis 1970 war Roman Schmölzer unser 1. Vorsitzender.

Folgendes Foto entstand 1969 bei einem Trachtenumzug anläßich des          50. jährigen Jubiläums unseres Vereins.

Die 70er Jahre

Im Jahr 1971 wurde Klaus Schwarzkopf zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Während seiner Vorstandschaft wurden unter anderem zwei Gaufeste in Dorstfeld gefeiert. Einmal in Form eines Zeltfestest und zum andern in Form des 60-jährigen Gaujubiläums des Emschertaler-Gaues.

Trachtenkamerad Schwarzkopf war im Jahr 1974 maßgeblich an der Ausrichtung der sogenannten Frühjahrstagung des Verbandes Deutscher Heimat- und Volkstrachtenvereine e.V. mit Sitz in München beteiligt. Diese Tagung, mit allen Vorsitzenden der Verbände außerhalb Bayerns und der Verbandsleitung wurde in der Dorstfelder Bergschänke abgehalten.

Am Abend der Tagung wurde dann, das Anfangs erwähnte 60-jährige Vereinsjubiläum des Emschertaler - Gaues mit einem zünftigen Heimatabend in der Gaststätte „Haus Uhland“ gefeiert.

Die Gäste und Trachtler, welche aus Nah und Fern angereist sind, waren von dem bunten Abendprogramm mit Tänzen und Vorträgen des Emschertaler - Gaues und deren Vereine sehr begeistert.

Unser Verein war im Jahr 1977 maßgeblich an der Ausrichtung der 2. Dorstfelder Sänger und Musiktage beteiligt. An diesem Fest sind ca. 50 Musikvereine aus Dortmund und Umgebung in der Kleingartenanlage  „GlückAuf“, Am Hartweg erschienen.

Einen großen Auftritt hatte im Jahr 1979 unsere Aktive Gruppe.

Anlässlich des 60 jährigen Bestehens des Westfalenparks in Dortmund, wurde dort ein Oktoberfest gefeiert an dem „Almrausch“ mit ihren Aktiven vor über 1000 Personen vertreten war.

Die 80er Jahre

Die 80er Jahre waren ebenfalls geprägt von größeren Auftritten sowohl in privater als auch öffentlicher weise.

Im Jahr 1980 feierte unserer Trachtenkamerad Sepp Will seinen 90 Geburtstag. Viele Trachtler aus dem Emschertaler-Gau und auch aus unserem Verein haben sich zu diesem hohen Geburtstag in der Bergschänke eingefunden um bei Blasmusik und gutem Essen den Jubilar hoch leben zu lassen.

Unsere Jugendgruppe Anfang der 80er Jahre...

Hier ein Foto der "älteren" Trachtlerinnen und Trachtler...

In den 80er Jahren unternahm unser Verein fast jedes Jahr einen Vereinsausflug in das nah gelegene Sauerland.

Oft wurden diese Ausflüge von Robert Burger organisiert.

Natürlich wurden auch Geburtstage in und mit unserem Verein gefeiert.

Mit zünftiger bayerischer 

Blasmusik feierte unser Trachten-kamerad Schorsch Roth im November 1984 seinen 80sten Geburtstag.

Neben unseren Vereinsmitgliedern konnte der Jubilar auch viele alte Freunde und Trachtler aus unserem Gauverband willkommen heissen...

Einen Höhepunkt in unserem Verein war im Jahr 1983 die Weihe unserer zweiten Vereinsfahne.

Die erste Fahne war schon einmal restauriert worden und man entschied sich für eine neue Fahne. Es haben hier auch wieder alle Trachtler tief in die Tasche gegriffen um die Fahne zu bezahlen.

Die 90er Jahre

Weiterhin bereicherte unsere Aktive Gruppe das kulturelle Leben in der Dortmunder Heimatstadt. Vereinsausflüge zum "Herrmanns Denkmal" mit anschließendem Besuch der Paderborner Kirmes oder der Tagesausflug zum "Dorf Münsterland" waren nur einige Höhepunkte des Vereinslebens.

Mittlerweile schon traditionell ist das gemeinsame Sommergrillen bei dem man nicht nur gut gegessen, sondern stets miteinander gesungen, gelacht und gefeiert wird.

Ab 2000

Ein besonderes Highlight feierte unser Verein am 11.09.2004!

Zu unserem 85jährigen Gründungsjubiläum hatten wir die Ehre Trachtlerinnen und Trachtler aus dem gesamten Ruhrgebiet begrüßen zu dürfen.

Über 200 Trachtler und fast 250 Dortmunder Gäste, davon etliche aus  Dorstfelder Vereinen, folgten unserer Einladung und kamen zum Freizeithaus in den Revierpark Wischlingen, wo wir unter der Schirmherrschaft des Dortmunder Oberbürgermeisters Dr. Gerhard Langemeyer einen zünftigen Heimatabend veranstalteten.

Neben Tänzen unseres Vereins hatten wir an diesem Tag auch unsere Gaugruppe zu Gast, die zahlreiche historische Tänze aufführte. Der Theaterverein Fidelitas Dorstfeld unterstützte uns nicht nur auf der Bühne mit Aufführungen von Sketchen und Witzen, sondern auch bei den Vorbereitungen auf unser Fest. Hier zeigte sich die herzliche Verbundenheit und die bereits seit Jahren andauernde Freundschaft beider Vereine...

Das Ruhrtal Trio unter der Leitung von Mario Dürre, spielte nicht nur traditionelle Volksmusik sondern begeisterte das Publikum zudem mit Evergreens und Schlagern.

Es war ein Abend den viele Besucher sicher in sehr guter Erinnerung haben.

Etliche Anfragen und zahlreiche Glückwünsche nach dem Fest zeugen von einer rundum gelungenen Veranstaltung...